PALMÖL

Gefahr aus der Tütensuppe:

Greenpeace und WWF vermuten, dass in jedem zweiten Supermarktprodukt Palmöl steckt! In der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich etwa 18,6 Kilogramm pro Kopf verwendet.

Da hier in Frankreich auf meinem Billig-Nutella groß “SANS HUILE DE PALME” – also ohne Palmöl – draufsteht und mir das in Deutschland bisher noch nicht untergekommen ist, hatte ich Lust ein bisschen mehr darüber zu erfahren. Dass Palmöl eher nicht so cool ist, habt ihr ja vielleicht alle schon mal gehört.

Die wichtigsten Infos kurz zusammengefasst

Palmöl wird aus der Ölpalme gewonnen und ist ein Pflanzenöl wie Sonnenblumen- oder Rapsöl auch. Allerdings sind die Ölpalmen sehr viel ertragreicher und benötigen weniger Anbaufläche als andere Pflanzen. Aufgrund dieser Eigenschaften ist das Palmöl das meist angebaute Pflanzenöl auf der Welt – Nachfrage steigend! 2001 wurden 25,6 Millionen Tonnen produziert und im Jahr 2015 schon 60 Millionen Tonnen. Das ist krass, denn die Ölpalme wird vor allem in Süd- Ostasien angebaut. Indonesien und Malaysia sind für 85 Prozent der Weltproduktion verantwortlich. In diesen kleinen Ländern haben sich die Anbauflächen in knapp 30 Jahren verzehnfacht.

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Foto: AFP PHOTO / ROMEO GACAD

Da Palmöl sehr preiswert ist und günstige chemische Eigenschaft besitzt, wird es sowohl für Nahrungsmittel (68 Prozent), industrielle Zwecke (27 Prozent) als auch zur Energiegewinnung verwendet (5 Prozent).

Das größte Problem

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Foto: AFP PHOTO/HO/CENTER FOR ORANGUTAN PROTECTION

Durch die immer weiter steigende Nachfrage nach Palmöl müssen auch die Anbaugebiete vergrößert werden. Da diese auf der Welt allerdings knapp sind, werden meist unglaublich große Flächen Regenwald abgeholzt oder durch Brandrodung vernichtet. Das ist relativ ungünstig, da der Regenwald ein wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten ist. Vor allem der Lebensraum von Menschenaffen wird dadurch zerstört. Borneo Orang Utans sind mittlerweile vom Aussterben bedroht. Aber nicht nur Tiere, auch Menschen leiden unter dem Anbau der Monokulturen. In Indonesien leben 45 Millionen Menschen in den Wäldern. Hier wird ansässigen Ureinwohnern und Kleinbauern die Lebensgrundlage geraubt sowie ganze Dörfer und Kulturen zerstört.

Außerdem ist die Abholzung des Regenwaldes auch relevant für den Klimawandel. Durch die Abholzung ist Indonesien zum drittgrößten CO2-Emittenten der Welt aufgestiegen. Weiterhin werden die meisten Ölpalmen-Plantagen weder ökologisch noch ökonomisch angebaut oder bewirtschaftet.

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Foto: AFP PHOTO / Bay ISMOYO

Mögliche Lösungen

Lösungen sind schwer zu finden. Da andere Pflanzenöle, wie schon erläutert, weniger ertragreich sind und mehr Fläche benötigen, würde sich das Problem nur verlagern. Daher ist die sinnvollste Lösung bewusster mit den Produkten umzugehen, sie weniger zu konsumieren und auf Nachhaltigkeit zu achten.

350-hi_284107-kleinfarmer-palmoel-sumatra-indonesien-_c_-james-morgan-wwf-internationalUm die Problematik der Ölpalme anzugehen, wurde 2004 der Roundtable On Sustainable Palm Oil (RSPO) vom WWF gegründet. Jedoch wird diese freiwillige Initiative von Mitgliedern der Palmöl-Industrie gegenüber Nichtregierungs-organisationen stark dominiert. Deswegen werden die meisten Vergehen bisher toleriert und nicht geahndet, Kriterien nicht ausreichend geprüft und der Klimaschutz nicht einbezogen. Dennoch versucht der WWF positiv Einfluss zu nehmen und so konnten schon bestimmte Regelungen wie Tierschutz, keine Kinderarbeit und Einhaltung gesetzlicher Regelungen festgelegt werden. Das klingt für mich eher nach grundlegenden Voraussetzungen, daher sind auch die vom RSPO-zertifizierten Produkte nicht perfekt.

Hier gilt also: Bedarf einschränken, Nachhaltigkeit beachten und ökologisch, ökonomisch und sozial verträglich wirtschaften.

Produkte die Palmöl enthalten

Wie anfangs erwähnt, wird Palmöl in jedem zweiten Produkt verwendet. Seit 2014 muss die Verwendung auf Lebensmitteln gekennzeichnet sein. Auf Kosmetikartikeln oder Wasch- und Reinigungsmitteln ist es jedoch nicht deklarationspflichtig.

Vor allem Fertiggerichte (Tütensuppen, Tiefkühlpizzen), Eiscreme, Margarine, Kekse, Schokolade und andere Süßwaren enthalten Palmöl. Aber auch in Kerzen, Wasch- und Reinigungsmitteln, in der Kosmetik, im Dieseltank und im Heizkraftwerk findet es Anwendung. Palmkernöl wird zudem in Hautcremes, Seife, Sonnenmilch, Körperlotion, Lippenstift, Duschgels und Shampoos verarbeitet.

Als bekanntestes Beispiel kann hier Nutella genannt werden. Allerdings ist Ferrero vorbildlich in seiner Verwendung von Palmöl. Sie sind Teilnehmer am Round Table und können zu 98 Prozent das Palmöl bis zu den Plantagen zurückverfolgen. Bei Ferrero wird auf die Lieferkette geachtet und Kleinbauern unterstützt statt ausgebeutet. Weitere Unternehmen die Palmöle verwenden sind Henkel, Monsanto, Nestlé, Procter & Gamble und Unilever. Wer ein Überblick über die Verwendung von Palmöl in deutschen Unternehmen wünscht, kann hier ausführlicher nachlesen.

Vielleicht habt ihr ja jetzt Lust ein bisschen genauer auf die Inhaltsstoffe zu achten. Palmöl schadet nämlich nicht nur der Umwelt, sondern auch euch: Es besteht aus Fettsäuren und macht dick! Kennt ihr noch andere Produkte, die man meiden sollte, bzw. Alternativprodukte, die ihr empfehlen könnt?

ahoi-katharina

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[Bildquelle:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/palmoel-aus-indonesien-das-schmutzige-geschaeft-der-produzenten-a-1011854.html
http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/palmoel/palmoel-segen-oder-fluch/ ]

Zusätzliche Infos:

https://www.regenwald.org/themen/palmoel

http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/produkte-aus-der-landwirtschaft/palmoel/

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Ein Gedanke zu “PALMÖL

  1. Laura Christina J schreibt:

    Liebe Katharina,
    Dein Post ist echt interessant. Ich hab bisher erst wenig von Palmöl gehört und werde nun in Zukunft mehr darauf achten, ob es in Lebensmitteln ist.

    Liebe Grüße,
    Laura

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