KUNST & KULTUR

Museumsguide Nizza:

Wie vermutlich bekannt ist, halten sich Künstler hauptsächlich an schönen Orten auf, um ihre Inspirationen zu finden. Die Landschaft, das tiefblaue Meer und das vom Sonnenschein geprägte Tageslicht machen die Côte d’Azur zu genau so einer Gegend. Friedrich Nietzsche schrieb hier seinen Zarathustra und auch Pablo Picasso, Pierre-Auguste Renoir oder Henri Matisse liebten das milde Klima und ließen sich hier zum Arbeiten nieder. Auch Marc Chagall liebte Frankreich und die 17 Werke, die er dem Staat schenkte, sind ebenfalls in Nizza ausgestellt. Eigens dafür wurde ein Museum gegründet. Um euch die kulturelle Seite Nizzas ein bisschen näher zu bringen, stelle ich euch jetzt 3 Museen vor, die man in Nizza besuchen kann.

Musèe Matisse de Nice

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Henri Matisse (1869 – 1954) ist ein bedeutender Künstler der klassischen Moderne und wohnte ab 1916 hauptsächlich in Nizza. Er war sowohl Maler und Zeichner als auch Grafiker und Bildhauer.

Das Matisse Museum, welches 1963 eröffnete, befindet sich im Parc des Arènes in dem Viertel Cimiez. Es ist ein wunderbares Gebäude aus dem 17. Jahrhundert. Von außen wie von innen vermitteln die alten Bemalungen einen tollen Eindruck. Das Gebäude selbst ist also schon einen Besuch absolut wert. Die ausgestellten Werke aus allen Perioden haben mir persönlich nicht so zugesagt. Es werden 68 Gemälde sowie zahlreiche Zeichnungen, Skulpturen, illustrierte Bücher sowie Objekte aus Matisse Eigentum gezeigt. Zum einen hat mich die Kunst nicht wirklich angesprochen und zum anderen haben die Räume auf mich sehr leer gewirkt. Im Anbau verstärkte sich dieses Gefühl durch die offene und weitläufige Architektur. Irgendwie konnte die Ausstellung mein Interesse nicht so richtig wecken. Deswegen werde ich euch zwar empfehlen Cimiez zu erkunden, den Park und die Villa des Arènes zu bestaunen, jedoch das Museum nur bei großem Kunstinteresse zu besuchen.

 

Musèe National Marc Chagall

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Marc Chagall (1887 – 1985) wurde zwar in Weißrussland geboren, gilt aber trotzdem als französischer Maler – einer der wichtigsten des 20. Jahrhunderts. Seine Familie, sein Heimatort und die Bibel sind zentrale Themen seiner Arbeit und das konnte ich auch bei meinem Museumsbesuch ausmachen. Chagall lebte lange Zeit in Frankreich und hat deswegen einige seiner Werke dem Staat geschenkt, der daraufhin das Museum in Nizza bauen ließ und in Anwesenheit von Chagall 1973 einweihte.

Es ist ein modernes Gebäude und liegt am Boulevard de Cimiez. Auch um dieses Museum herum gibt es einen kleinen Park, sodass es ebenfalls sehr einladend wirkt. Im Museum befindet sich die Ausstellung um die Biblische Botschaft, die aus 17 Werken besteht, sowie weitere von Chagalls Werken und Passagen über sein Leben und Wirken. Bevor ich in dieses Museum ging, war mir Chagall zwar ein Begriff, aber ich konnte ihn mit keinem konkreten Werk verbinden. Mittlerweile habe ich das Museum schon 3 Mal besucht und dank des Audioguides eine Menge gelernt. Anhand der Besuche, seht ihr, dass ich es wirklich gut finde. Es ist spannend, dass der Künstler selbst für die Anordnung der Werke verantwortlich war und was alles in seinen Bildern zu finden ist. Die biblischen Gemälde haben mir am besten gefallen. Sie sind einfach beeindruckend. Durch die gewählte Größe haben sie eine tolle Wirkung, durch die gewählten Farben strahlen sie Ruhe aus und durch die Details, die jedes Bild enthält, wirken sie total persönlich. Durch den Audioguide hat man wirklich gute Erklärungen zu den Bildern und bekommt nützliche Hinweise. Die 5 Bilder zum Hohelied der Liebe haben eine komplett andere Farbgebung und hängen deswegen separat. Auch dieser kleine Raum hat mir sehr gut gefallen. Dieses Museum war für mich wirklich ein tolles Erlebnis, ich habe mich hier angesprochen, abgeholt und dem Künstler sehr nah gefühlt. Einen Besuch kann ich wirklich empfehlen.

Le Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain // MAMAC

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Moderne zeitgenössische Kunst meint keinerlei Art oder Form von Kunst, sondern beschreibt lediglich einen Zeitrahmen. Deswegen ist hier Alles und Nichts Kunst und genau das erwartet euch in diesem Museum.

Vom MAMAC hatte ich mir viel erhofft und das war wohl auch der Fehler. Moderne Kunst kann sehr cool sein, aber irgendwie ist auch alles moderne Kunst. Und diese Kunst verstehe ich nicht immer. In der ersten Etage gab es eine temporäre Ausstellung von Ernest Pignon-Ernest, der wohl eine Art StreetArt macht. Hier konnte ich den künstlerischen Gedanken noch nachvollziehen, auch wenn alles irgendwie gleich aussah: gewalttätig und düster. Es war nicht mein Geschmack, aber es war Kunst. Die nachfolgenden Etagen wurden dafür dann bunt und wie ich finde ein wenig sinnlos. Klar gab es auch die Nanas von Niki de Saint Phalle zu bewundern, aber eben hauptsächlich einfarbige Leinwände, Gestecke aus Plastikflaschen oder einen Raum, der aussieht wie ein Abenteuerspielplatz. Die Werke haben mich nicht angesprochen und mir ist absolut unklar, was sie bedeuten könnten. Meistens erinnerten sie mich nicht an das Schöne, mit dem ich die Kunst verbinde. Der Kunstgedanke ist mir hier jedenfalls nicht ganz klar geworden, aber dafür hatten wir einen tollen Ausblick! Das Gebäude ist wirklich umso sehenswerter: Es gibt einen Dachgarten und einen Weg, der einmal im Kreis über das Dach des Gebäude führt – das ist meiner Meinung nach das Beste an diesem Museum.

Falls ihr also mal in Nizza seid, dann verpasst nicht die kulturelle Seite. Für Studenten bis 26 ist der Spaß nämlich kostenlos – ich hatte auch mit dem deutschen Ausweis nie Probleme. Für Nicht-Studenten gibt es ein 48 Stunden Ticket für 10,- Euro, mit dem man zahlreiche Museen besichtigen kann. Und da die Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind, solltet ihr euch einen eigenen Eindruck verschaffen.

Wie steht ihr so zu Museen und insbesondere zu Kunstmuseen? Spricht euch das an oder geht ihr lieber anderen Beschäftigungen nach?

ahoi-katharina

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