Menton // Oder: Eine unvergessliche Busfahrt

Um mir den Aufenthalt hier und meine alleinigen Wochenenden etwas zu verkürzen, überlegte ich mir für das erste Adventswochenende einen Ausflug. Da ich schon oft mit dem Bus Richtung Westen gefahren bin und mir da einiges angeschaut hatte, wollte ich diesmal die andere Richtung einschlagen. In Monaco war ich nur mit dem Zug, also kannte ich die Strecke gar nicht. Da ich Monaco für einen zweiten Besuch aber nicht lohnenswert fand, wurde Menton zum Ziel meines Kurztrips erklärt.

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Menton ist ein kleines Städtchen an der italienischen Grenze, dessen Hafen und Altstadt recht vielversprechend aussahen. Also stieg ich eines Morgen in die Buslinie 100 und erlebte die tollste Busfahrt meines bisherigen Lebens! Das ist kein Witz. Die eineinhalb Stunden waren so unglaublich schön, dass nicht mal mein nach Rauch stinkender Sitznachbar meine Begeisterung stoppen konnte.

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Wir fuhren immer entlang der Küste – so wie es das Meer und die Berge eben zuließen. Ich sah die schönsten Buchten von oben, die tollsten Häfen und die beeindruckenden Berge aus der Nähe. Ich bin durch Tunnel gefahren, die einfach in den Berg geschlagen wurden und ich habe die tollsten Häuser mit den extravagantesten Pools gesehen. Ich habe das Treiben in den kleinen Dörfern beobachtet und das Winterwunderland in Monaco gesehen. Und immer wieder das wunderbare Meer, diese atemberaubende Küste und diese tollen im Sonnenlicht strahlenden Farben. Keines meiner Fotos kann nur ansatzweise einfangen, was für ein Bild sich einem auf dieser Fahrt bietet. Mehr Côte d’Azur kriegt man nicht – und das für 1,50 Euro!

In Menton angekommen, war ich mehr als gut gelaunt. Die Sonne schien mir ins Gesicht und so bin ich erst mal zur Promenade und diese entlang geschlendert. Es ist eine tolle Stadt: es sieht aus als würde sich nur eine Häuserreihe zwischen dem Meer und den Bergen befinden. Die Voralpen sind zum Greifen nah und bieten eine unglaubliche Kulisse. Auf dem Weg zum Quai Napoléon bin ich an der Markthalle vorbei gekommen. Diese sah von außen wunderschön aus und innen gab es das klassische Markttreiben. Die Stände reihten sich aneinander und boten Käse, Fleisch, Obst und Gemüse sowie jede Menge Gewürze. Alles natürlich superfrisch und aus der Region. Diese Märkte hier an der Côte d’Azur finde ich sowie ziemlich super, richtig traditionell und viel gemütlicher als ein stressiger Supermarkt.

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Von da aus bin ich dann zum Hafen spaziert und habe vom Quai aus den Ausblick genossen. Der Quai beginnt mit einer Bastion – einem festungsähnlichen Gebäude, das ein Museum beherbergt. Oben auf dem Quai gibt es einen schmalen Fußweg, von dem aus man auf der einen Seite wunderbar die Altstadt Mentons sehen kann und auf der anderen Seite bis nach Italien blickt. Dank des traumhaften Wetters konnte ich das wirklich genießen.

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Anschließend habe ich mir die Altstadt angeschaut. Klassisch klein mit engen Gassen, bunten Häuschen und vielen Treppen erstreckt sich die Altstadt an einem Hang. In den verwinkelten Ecken finden sich zahlreiche kleine Geschäfte, Restaurants und Cafés. Es ist ein schönes französisch-italienisches Flair. Da ich bei dem feinsten Sonnenschein unterwegs war, wurden die bunten Häuser zusätzlich von der Sonne angestrahlt und ich war wirklich froh, diesen Ausflug gemacht zu haben.

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Aus der Altstadt ragt die Kathedrale Saint-Michel heraus. Man muss zwar etliche Stufen erklimmen, bis man zum Kirchplatz kommt, aber der Anblick lohnt sich. Die barocke Kirche aus dem Jahr 1675 ist die größte der gesamten Region. Betreten konnte ich sie leider nicht, aber auch von außen ist es wirklich beeindruckend. Außerdem hat man vom Kirchplatz aus nochmal einen schönen Blick auf den Hafen.

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Nachdem ich noch weitere verwinkelte Gassen erkundet hatte, gelangte ich in die Fußgängerzone. Hier gab es zahlreiche Geschäfte, Supermärkte und Touristenshops – also auch Shoppingwütige sind hier versorgt.

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Da ich keine Lust hatte, den sonnigen Tag mit shoppen zu verbringen, zu mal in der Nebensaison am Samstagnachmittag auch nicht allzu viel auf hat, setzte ich mich einfach ans Meer und genoss den Blick auf die Stadt sowie das Wetter. Auch wenn ich mich wiederhole, aber es ist wirklich ein wunderbares Städtchen und ein Ausflug lohnt sich auf jeden Fall! Die Orte, die noch nicht so viele Touristen entdeckt haben, sind wirklich die schönsten.

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Auf dem Rückweg bin ich nicht wieder die Promenade entlang gegangen, sondern habe mir noch ein bisschen die Neustadt angeschaut, die auch beeindruckende Gebäude beherbergt.

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Nachdem ich alle Eindrücke aufgesaugt hatte, setzte ich mich wieder in den Bus und freute mich wie ein kleines Kind auf die Rückfahrt. Da die Sonne ja weitergewandert war, erschien jetzt alles in einem anderen Licht und ich konnte den Weg noch einmal genauso wie am Morgen genießen. Das Meer und die Berge – mehr braucht man nicht!

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Ich hatte wirklich einen ausgesprochen guten Tag und wer mal in der Gegend ist, sollte sich merken: Linie 100 Nice-Menton!

ahoi-katharina

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