Lisboa Teil I

Für den Anreisetag standen nur die Hotelsuche, ein kleines Abendessen und das erste Wiedersehen mit meinem Bruder auf dem Programm.
Wir wurden am späten Nachmittag von strahlendem Sonnenschein begrüßt und machten uns gleich auf den Weg in die Stadt. Vom Flughafen kommt man ziemlich unkompliziert in die Stadt: mit der normalen Buslinie, der Metro oder einem Airportshuttle. Wir haben die direkte Shuttleverbindung (3,50 Euro) gewählt, da wir uns noch nicht auskannten und es uns direkt dahin brachte, wo wir hin wollten. Auf dem Rückweg zum Flughafen sind wir dann aber mit der Metro gefahren, da man pro Fahrt nur 1,25 Euro zahlt! Also wenn man wenig Gepäck hat und vorher mal auf die Karte geschaut hat, ist die Metro zu empfehlen.

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Im Zentrum angekommen, fiel uns die Orientierung durch die verwinkelten und hügeligen Viertel erst mal schwer. Unzählige Treppenstufen und ein paar hilfsbereite Portugiesen später sind wir aber doch am Ziel angekommen. Und die Hilfsbereitschaft geht sogar so weit, dass man uns angesprochen hat, um uns ans Ziel zu bringen. Da fühlt man sich gleich willkommen! Unsere Unterkunft lag im Viertel Bairro Alto – sehr zu empfehlen: Es ist total zentral, voller Restaurants, Bars & Cafés, und es gibt den besten Burger!

TAG 1

An unserem ersten Urlaubstag erkundeten wir die Innenstadt, um uns den Rest der Woche auch gut orientieren zu können. Also begaben wir uns in die Baixa – die Unterstadt. Das ist ein sehr cooles Viertel, da es nach dem Erdbeben 1755 neu aufgebaut wurde und in parallelen Quer- und Längsstraßen angeordnet ist. Hier kann man wirklich in allen Gassen toll schlendern, shoppen, Süßwaren verkosten oder die tollen Häuser bewundern. Viele davon sind mit den bekannten Azulejos verkleidet und vermitteln ein sehr charmantes Stadtbild. Denn durch die bunten Muster wirken selbst alte Häuser sehr einladend. Wir sind dann Richtung Tejo spaziert und auf dem Praça do Comércio gelandet. Der Gigantischste von Lissabons Plätzen! Und es gibt wirklich sehr viele davon. Alle sind sonnig, mit den klassischen kleinen Steinen gepflastert und haben in ihrer Mitte meist ein riesiges Denkmal aus hellem Stein. Aber dieser Handelsplatz gehört zu den Wichtigsten und wird umringt von pompösen Ministeriengebäuden. Wirklich ein toller Ort zum Ausruhen mit Blick auf den Tejo!

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Nachdem wir den Ausblick genossen haben, machten wir uns auf den Weg zum Castelo de São Jorge. Wir waren eigentlich fast immer zu Fuß unterwegs. Auch wenn das ein wenig anstrengend ist, finde ich es immer am schönsten eine Stadt so zu erkunden. Man sieht viel mehr als in Bus und Bahn! Oben angekommen, genossen wir das tolle Panorama. Doch auch das Burggelände an sich ist beeindruckend riesig. Das Castelo ist sehr gut erhalten und neben dem Gebäude werden auch noch Ausstellungen geboten. Hier hat sich der Eintritt wirklich gelohnt (Studenten 5 Euro).

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IMG_2877Da wir den Vormittag gut genutzt hatten, um uns einen tollen ersten Eindruck und einen guten Überblick über Lissabon zu verschaffen, nutzten wir den Nachmittag, um uns bei Eis und Kaltgetränken die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Gegen Abend sind wir dann noch ein wenig durch die Gassen geschlendert und haben direkt im Zentrum zu Abend gegessen. Das würde ich nicht noch mal machen: Es kamen ständig Musikanten und Bettler vorbei, es ist unnötig teuer und die Atmosphäre war eher hektisch touristisch als südländisch entspannt.

TAG 2

Am zweiten Tag hatten wir dann einen Ausflug in das Stadtviertel Belém geplant. Wir starteten vom Praça da Figueira mit dem Bus. Wenn man die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen will, sollte man sich eine „Viva Viagem Card“ kaufen und diese dann mit einer beliebigen Summe aufladen. Eine Fahrt in einer Zone kostet 1,25 Euro. Die Karte kann man dann für den Bus, die Metro und sogar die Fähre nutzen!

IMG_2938In Belém waren unsere Ziele das Mosteiro dos Jerónimos, der Torre de Belém und das Padrão dos Descobrimentos. Und gleich vorab kann ich sagen, dass man diesen Ausflug unbedingt einplanen sollte!

Auch wenn vor dem Kloster eine riesige Schlange war, hat sich das Warten gelohnt. Nicht zu unrecht ist es ein Weltkulturerbe. Das riesige Gebäude wurde 1601 fertiggestellt und ist mit so vielen Details verziert, dass man wirklich ins Staunen gerät! Die dazugehörige Klosterkirche Santa Maria hat eine Deckenhöhe von über 25 Meter und die üppigen Verzierungen an Decken, Portalen und Pfeilern sind wirklich beeindruckend. Der Klosterhof hat mich stark an Hogwarts erinnert! Die Torbögen und Gänge haben mich wirklich in die magische Welt versetzt. Auch hier ist noch eine kleine Ausstellung inbegriffen, sodass sich auch dieser Eintrittspreis völlig lohnt (Studenten 5 Euro)!

Wenn man den wunderbar angelegten Klostergarten in Richtung Tejo durchquert, trifft man direkt auf das Denkmal der Entdecker. Das über 50 Meter hohe Wahrzeichen ist noch relativ neu und mit 33 portugiesischen Persönlichkeiten geschmückt. Unter ihnen Prinz Heinrich der Seefahrer, Vasco da Gama und Sankt Franziskus Xavier. Es ist wirklich ein beeindruckendes Bauwerk und auf dem Platz davor wurde in feinstem portugiesischen Pflasterstein-Handwerk ein tolles Bild gearbeitet, welches man natürlich am Besten von oben betrachtet. Auch dieser Eintritt ist fair (Studenten 2 Euro), da man neben dem tollen Platz auch einen perfekten Blick auf das Kloster und den dazugehörigen Garten hat. Außerdem kann man den Tejo entlang bis zum Atlantik schauen.

Die letzte Station war der Turm von Belém, der ebenfalls als Weltkulturerbe gilt und eines der Wahrzeichen Lissabons ist. Da er aber nur 35 Meter hoch ist und eigentlich auch nur als Aussichtsplattform genutzt wird, haben wir uns den Eintritt gespart und uns das Bauwerk, welches seit 1521 die Tejomündung prägt, nur von außen betrachtet.

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Um uns von Sightseeing, anderen Touristen und der Sonne eine Pause zu gönnen, sind wir dann ins Pastéis de Belém eingekehrt. Das findet ihr in derselben Straße wie das Kloster, Richtung Osten bei den blauen Markisen. Die Pastelaria bietet die berühmten und beliebten Blätterteigtörtchen, die die Mönche im Hieronymuskloster erstmals hergestellt haben sollen: Pastel de Nata oder Pastel de Belém. Lasst euch von der Schlange am Verkauftresen nicht abschrecken, einer von 400 Plätzen im hinteren Teil wird sicher frei sein. Außerdem könnt ihr hier zuschauen, wie das Gebäck hergestellt wird und dann ganz frisch probieren – ich fand sie superlecker!

Nach unserer Erholungspause haben wir dann noch einen Abstecher in die LX Factory gemacht. Hier hatte ich mir allerdings mehr erhofft. Es gab nur eine Straße, die hauptsächlich aus Restaurants oder Bars bestand, aber ich war ja schon gesättigt. Es gibt ein paar kleine Boutiquen mit schönen aber exklusiven Dingen. Am coolsten fand ich die Streetart, die es dort gibt. Nach einem kurzen Spaziergang sind wir aber auch wieder in die Stadt gefahren, haben noch ein bisschen die Sonne genossen und sind dann mit einem Burger im Bauch ins Bett gefallen.

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Das waren die ersten 2 Tage meines Urlaubs und es ist ziemlich verrückt, was man in so kurzer Zeit alles erkunden kann! Ganz nach dem Motto: Wer zu Fuß geht, sieht am meisten!

ahoi-katharina

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