The Hundred Food Journey // Rezension

Da Curry so ziemlich mein liebstes Gewürz ist, habe ich nicht lange gezögert, als der Film Madame Mallory und der Duft von Curry (2014) auf den Markt kam. Als ich neulich zufällig das Buch Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef (2012) entdeckte, welches die Grundlage für das Drehbuch war, musste ich es sofort kaufen, lesen und euch davon berichten. Film und Buch tragen den englischen Titel The Hundred Food Journey.

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Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef

Inhalt

Die Geschichte erzählt von Hassan Haji und beginnt in Indien. Dort wächst Hassan mit dem Duft von Curry und indischen Gewürzen im Restaurant seiner Familie auf. Schon als kleiner Junge saugt er alle Informationen, die für ein perfektes indisches Essen hilfreich sind, auf. Doch es kommt zu einem Aufstand, bei dem das Restaurant abrennt und Hassans Mutter ums Leben kommt. Daraufhin beschließt der Vater mit seinen 7 Kindern, seiner Schwester, deren Mann und seiner Mutter Indien zu verlassen. Über Umwege landen sie in dem verschlafenen Städtchen Lumière, in Frankreich. Hier kaufen sie ein altes Anwesen, welches sie zu einem indischen Restaurant umfunktionieren, mit Hassan als Chefkoch. Ohne darauf zu achten, dass Madame Mallory auf der anderen Straßenseite das 2-Sterne-Hotel & Restaurant Le Saule Pleureur führt. Schnell geraten die bunte, laute und fröhliche indische Kultur mit der traditionsreichen, gehobenen Haute Cuisine in einen Kleinkrieg. Doch Hassans Koch-Talent kann beide Kulturen verbinden. Madame Mallory bildet ihn in ihrem Restaurant aus und legt damit den Grundstein seiner Karriere. Neben dem Alltag in der Küche werden Hassans Frauengeschichten beschrieben und die Entwicklungen im Dorf. Nach drei Jahren wagt Hassan den Schritt nach Paris, wo er sich langsam hocharbeitet, bis er mit seiner Schwester sein eigenes Restaurant gründet: Le Chien Méchant.

Autor

Richard C. Morais wurde 1960 als Sohn eines Kanadiers und einer Amerikanerin in Lissabon geboren. Morais wuchs jedoch in der Schweiz auf und lebte anschließend viele Jahre in London. Während seiner Zeit am College wird er Buddhist. Heutzutage lebt er in New York. Nach dem internationalen Bestseller Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef ist 2012 Buddha in Brooklyn erschienen.
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Highlights

Die kulinarischen und kulturellen Unterschiede zwischen Indien und Frankreich sind sehr detailliert beschrieben und permanent ein präsentes Thema. Man bekommt dadurch sowohl einen tollen Einblick in französische als auch in indische Traditionen ohne das es langatmig wird. Der bildhafte Schreibstil aus Hassan’s Perspektive hat es mir leicht gemacht, ihn auf seinem Weg zu begleiten und seine Sinneswahrnehmungen beim Kochen zu teilen. Hassan selbst lernt man als sympathischen Jungen kennen, der spielerisch die Welt des Kochens erobert und mit großer Leichtigkeit durchs Leben geht. Auch die Person der Madame Mallory lernt man sehr gut kennen. Zu Beginn eine alte spießige Frau, lernt man auch sie auf Hassans Reise besser kennen und kann ihre Sicht auf die Dinge verstehen. Manche Details von Stopfleber und Schweineschlachten hätte man mir zwar ersparen können, aber dennoch kann man auch in solchen Momenten sehr gut in Hassans Welt eintauchen. Insgesamt haben die bunten und lebhaften Beschreibungen alle Sinne angesprochen und sehr viel Spaß am Lesen bereitet.

Madame Mallory und der Duft von Curry

Inhalt

Familie Haji verlässt Indien, nachdem die Mutter bei Unruhen einer Wahl ums Leben kam. Nach dem es ihnen in London zu kalt war, landen sie im kleinen Örtchen Saint-Antonin und eröffnen das Maison Mumbai. Leider liegt gegenüber das beste Restaurant der Umgebung, mit Michelin-Stern! Die klassische französische Küche und die laute und intensive indische Küche verstehen sich nicht sehr gut. Nach einem Brandanschlag beendet Madame Mallory den Kleinkrieg und gibt Hassan die Chance in ihrer Küche zu lernen. Gemeinsam verdienen sie sich den zweiten Stern für das Le Saule Pleurer. Daraufhin setzt Hassan seine Ausbildung in Paris fort und wird ein Meister der französischen Küche. Doch er vermisst seine Familie und kehrt so in das französische Dorf zurück, um seinen dritten Stern anzustreben.

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Besetzung

Madame Mallory – Helen Mirren
Hassan – Manish Dayal
Hassan’s Papa – Om Puri
Marguerite – Charlotte Le Bon
Mansur – Amit Shah
Mahira – Farzana Dua Elahe
Mukthar – Dillon Mitra
Bürgermeister – Michel Blanc
Frau des Bürgermeisters – Shuna Lemoine
Jean-Pierre – Clément Sibony
Hassan’s Mama – Juhi Chawla
junger Hassan – Rohan Chand
Paul, Manager des Pariser Restaurants – Vincent Elbaz

Highlights

Die Kontraste zwischen dem klassischen Frankreich und dem bunten und lauten Indien werden perfekt in dem Film eingefangen. Natürlich lebt der Film deswegen von Klischees aber dennoch kann man die Welten spüren die dort aufeinanderprallen. Getrennt durch eine Straße kann man abwechselnd in verschiedene Küchen eintauchen, andere Aromen und Charaktere kennenlernen und am Ende alles verbinden. Der Film schafft es Mauern aufzubauen und diese dann Stück für Stück wieder einzureisen. Das Aufeinandertreffen kultureller Gewohnheiten ist ein Aufruf zur Toleranz. Neben der tiefgründigen Botschaft sind die Zickereien von Madame Mallory und Papa aber einfach nur witzig und die Kochkünste, die in beiden Küchen gezeigt werden, absolut beeindruckend.

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Fazit

Buch und Film sind zu empfehlen. Natürlich ist der Einblick im Buch intensiver und umfassender und die Geschichte auch teilweise anders, aber auch der Film ist ein kulinarisches Highlight. Ich finde das Aufeinanderprallen der Kulturen wirklich höchst spannend und prima umgesetzt bzw. beschrieben. Die ganze Thematik mit vorzüglichem Essen zu verbinden sollte dabei dann wirklich jeden überzeugen! Für mich ist es ein Feuerwerk von Aromen und ein Appell an die Toleranz. Und ganz banal ist es einfach ein lebensfroher Stoff, der durch den Magen geht!

ahoi-katharina

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