You Are Wanted // Review

Nachdem der amerikanische Serien-Hype auch in Deutschland angekommen ist, hat Matthias Schweighöfer nicht lange gezögert und in Zusammenarbeit mit Amazon Prime seine eigene Serie produziert. Über Hacker, Digitale Daten und Online-Kriminalität. Ein düsterer Thriller, der ganz ohne den klassischen Schweighöfer, einfach mal todernst ist. Ich habe mir die sechs Folgen angeschaut.

Ich würde die Serie nicht mit den amerikanischen Serien-Hits vergleichen, schon allein, weil ich zu wenige davon gesehen habe. Und auch den fiesen Kritiken möchte ich mich nicht anschließen. So ganz vom Hocker gehauen hat mich die Serie nicht, aber mit der Thematik, die besprochen wird, trifft Schweighöfer absolut den Zeitgeist und deswegen werde ich euch auch 7 Gründe nennen, warum man sich die Serie anschauen kann.

1. Die Story
Lukas Franke lebt mit seiner Frau Hanna und Sohn Leon in Berlin. Doch plötzlich wird die Familie Ziel eines mysteriösen Hackerangriffs. Lukas digitale Identität wird komplett verändert, er wird erpresst, seine Familie bedroht und plötzlich steht er unter Terrorverdacht. Innerhalb der sechs Folgen versucht Franke das Verbrechen aufzuklären und das Leben seiner Familie wieder in geordnete Bahnen zu lenken.

2. Die Charaktere
Wie man der Story schon entnehmen kann, gibt es hier keine glatten Gute-Laune-Charaktere. Jeder hat etwas zu verbergen und die heile Welt geht schnell den Bach runter. Gut und Böse verschwimmt hinter erschaffen Identitäten und die Wahrheit ist nicht sehr offensichtlich. Frankes Bruder will nicht helfen und die Kommissare vertrauen sich nicht, sondern beschatten sich. Auch andere Charaktere treten eher ambivalent auf und statt klassischen Alltagshelden trifft man auch mal auf unsympathische Figuren – schöne Abwechslung.

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Quelle: IMDb

3. Die Realität (dunkel düster)
Die Serie fängt kein sonniges Berlin ein, sondern zeigt im ganzen Set-up die Schattenseiten der vernetzten Welt. Die Hacker agieren im Untergrund und auch Franke muss sich nach seinem Terrorverdacht eher bedeckt halten. Hier geht also dunkel und düster an verwahrloste Orte im eher grauen Berlin. Es wurde kein klassisches Farbschema verwendet und auch das passt super zum Thema und hebt die Serie ab.

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Quelle: Die Welt

5. Die Schauspieler
Natürlich steht hier vor allem Matthias Schweighöfer im Mittelpunkt, der mit seinen Sunnyboy-Grinserollen in allen Liebeskomödien, vielleicht einfach sich selbst spielt. Aber diesmal wird es ernst und man kauft es ihm komplett ab! Er kann auch anders und er kann es gut. Seine Leistung hat mich wirklich überzeugt und man hat schon nach der ersten Folge den ursprünglichen Schweighöfer vergessen. Auch Karoline Herfurth hat eine sehr starke Rolle gespielt, auch wenn ich ihren Charakter in der Serie nicht wirklich verstanden habe. Und da ich ein kleiner Louis Hofmann Fan bin, fand ich auch Dalton ziemlich cool. Ein junger sehr cleverer Hacker, der der düsteren Szene irgendwie etwas Charmantes verpasst hat.

6. Das Niveau
Verglichen mit anderen deutschen Krimi-Serien ist You Are Wanted irgendwie ein neues Genre, ein höheres Niveau. Die Bilder, die Kameraführung und die Stilmittel erinnern wirklich an hochwertige Spielfilme und machen Freude beim Zuschauen. Das ist wirklich keine 0815-Produktion, sondern gut gemachtes Fernsehen mit einem hohen Anspruch. Und das sollte man doch mal zu schätzen wissen!

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Quelle: Hörzu

7. Denkanstoß
Zu guter Letzt ist der Inhalt mit samt seiner Umsetzung natürlich echt nicht weg zu kritisieren. Auch wenn es vielleicht nicht die perfekte Serie ist, ist es eine gute Unterhaltung mit einem ernsten Hintergrund. Natürlich wird nicht jeder gehackt, zum Terroristen gemacht und dann noch in die kriminellen Machenschaften des BND verwickelt, aber eure Daten sind leicht zu knacken. Kontos werden geplündert, Accounts sozialer Netzwerke geknackt. Cyberkriminalität und Identitätsdiebstahl sind keine Seltenheit – weltweit werden pro Sekunde etwa 12 Menschen Opfer von Identitätsdiebstahl! Also man sollte auch aufpassen, wenn man glaubt, man habe nichts zu verbergen.

Lukas Franke hatte auch nichts zu verbergen. Ein ganz normaler Typ. Ein ganz normales Leben. Und dann hatte er einfach nur Pech, oder?

ahoi-katharina

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